Liebe Freunde der gediegenen Samstagabend-Unterhaltung,
ich zappe neulich durch das allabendliche Fernsehelend, da stoße ich auf eine adrett anmutende junge Dame, die sich als die Autorin eines neuen Buches entpuppte. Titel: “Krasse Abstürze - 33 fabelhafte Berichte über heftige Filmrisse, verrückte Totalausfälle und peinliche sexuelle Ausrutscher”. Ich war sprachlos… Zuerst ging ich davon aus, dass die Olle einfach von meinem Blog abgeschrieben hat. Denn nirgendwo werden auf äußert unterhaltsame Weise die Tücken des übermäßigen Alkoholkonsums schonungsloser aufgezeigt als hier. Doch andererseits würde das offen lassen, was es mit den peinlichen sexuellen Ausrutschern auf sich hat. Also hat sie das ganze vielleicht doch selber erlebt. Macht sie ja auch irgendwie menschlich und sympathisch. Hab ich schon erwähnt, dass sie recht nett anzusehen war? Wie dem auch sei… meine Neugier war geweckt.
Ich muss allerdings gestehen nachdem ich diese Lesung einer Geschichte bei einem mir gänzlich unbekannten Radiosender heute entdeckte bin ich etwas desillusioniert. Wenn sich alle Geschichten auf dem Niveau wie die eben dort rezitierte bewegen, dann sollte ich vielleicht doch endlich mal meinen Blog drucken, binden und als Buch verticken. Denn das, was die junge Dame hier darbietet ist dann doch ehrlich gesagt ziemlich fad… hinzu kommt noch, dass sie lesetechnisch wohl kurz nach der Grundschule aufgehört hat Fortschritte zu machen. Wer sich das ganze doch mal anschauen möchte, der sollte hier zugreifen…
Wer auf das Konzept steht, aus Sauf- und Vögelgeschichten Kapital in Form eines Buches zu schlagen, der englischen Sprache mächtig ist und sich tierisch wegschmeißen möchte vor Lachen, der sollte einen Blick auf “I hope they serve beer in hell” werfen…
Tucker Max - Vollzeit-Arschloch und Teilzeit-Gott - schildert in einem bunten Strauß von Anekdoten, die zumeist in volltrunkenem Zustand (auch gerne als “shit-housed” bezeichnet) erlebten Geschichten, die sein Leben und sein gestörtes Verhältnis zu Frauen beschreiben. Wer die eine oder andere Kostprobe lesen möchte, der wird auf seiner Webseite ausgiebig versorgt. Und wer dann schlussendlich angefixt und Hardcore-Fan geworden ist, wie ich es bin, der wird die Tage zählen bis endlich der zugehörige Film in den deutschen Kinos anläuft. Das Ding hat potential die letzte Perle am Himmelszelt des Männerkinos namens “The Hangover” zu toppen.
In diesem Sinne entlasse ich euch für heute mit einem klaren Auftrag: Geht am Wochenende raus auf die Piste, lasst euch vollaufen, erlebt was, benehmt euch daneben, lasst euch völlig gehen… und dann schickt mir Eure Absturz-Geschichte damit ich Sie hier veröffentlichen kann. Unter allen Einsendungen verlose ich die ersten 5 Exemplare des “Das Leben hat mich nicht gefragt…”-Bestseller-Buches… sobald es erscheint. Ich bin gespannt… Toby, magst nicht anfangen?
Euer
Joachim
Meine Damen und Herren… liebe Leser,
da meine Freizeit ähnlich knapp ist wie feuchte Schlüpper in der Selbsthilfegruppe für frigide Jungfrauen, ich Euch aber nicht völlig verhungern lassen möchte, gibt es heute und die nächsten Tage kleine aber feine Perlen, die mir so aus diversen Richtungen zugetragen wurden.
Dank geht an den Korbinian für die Entdeckung dieses Schmuckstücks. Wen nach Genuss dieses Filmchens nicht die Lust packt mal wieder die Erwachsenenabteilung der lokalen Videothek zu entern oder wer jetzt noch an der Daseinsberechtigung des besten Senders der Welt (MTV!!) zweifelt, dem ist echt nicht mehr zu helfen. Ich wünsche fröhlichen Zeitvertreib…
Porno-Ping-Pong:
Und um den thematischen Kreis zu schließen möchte ich hier auf ein Hilfsmittel hinweisen, welches zum Spielen des oben vorgestellten Porno-Ping-Pong im heimischen Wohnzimmer extrem dienlich ist. In den beiden Teilen der Buchreihe “Cumshots” haben die Autoren die schönsten Titel und Covermotive der Pornogeschichte zusammengetragen. Da geben sich großartige Verhohnepiepelungen bekannter Filme wie “Fill Jill” oder “Analadin und die wunde Schlampe” die Klinke in die Hand. Außerdem merkt man dem Werk an, mit wieviel Hingabe die Autoren sich dem Thema gewidmet haben, denn zu der wunderschönen Auswahl an pornographischen Kleinodien kommt auch noch hinzu, dass jedes Buch im Format einer VHS-Kassette gehalten ist und in einer Kunststoffhülle wie seinerzeit besagte Videokassetten ausgeliefert wird. Alles in allem zwei schöne Bücher, von denen man sagen kann, dass es sich mit Sicherheit lohnt mindestens einen der beiden Teile im Video- …äääh… Bücherregal stehen zu haben. Und wer nun ein bisschen neugierig geworden ist, der kann hier gleich mal einen Blick auf die Anwärter des Literaturnobelpreises riskieren:
Soviel für heute… keine Geschichten über Suff und Selbstzerstörung… ich hoffe Ihr kommt damit zurecht.
In diesem Sinne…
Euer Joachim
Hallo liebe Liebenden… und auch der Rest,
auch wenn es Euch seelisch völlig zu Grunde richtet zum dritten Mal innerhalb einer Woche von mir zu lesen… dieses Risiko muss ich einfach eingehen. Denn drei mal dürft Ihr raten… exakt… ich sitze mal wieder in einem Zug, verfüge über keine Internetverbindung und kann nicht schlafen, habe also genug Zeit, Euch mal wieder nen Schwank aus meinem ereignisreichen Leben zu verkünden.
Wenn Ihr Euch ein wenig an die Geschichte von “Titten-für-den-Weltfrieden”-Tobys Dreißigstem Jahrestag erinnert, dann deute ich da an, dass es da einen zweiten Grund gab, warum sein Geburtstag einen denkwürdigen Zeitpunkt in der Geschichte unserer Welt darstellte. Es war der erste Tag nach meinem zweimonatigen Alkoholentzug… richtig gelesen: Es war mal wieder so weit. Der ein oder andere Vorfall veranlasste mich, mir den Konsum alkoholhaltiger Getränke völlig zu untersagen. Wie das meistens so ist, waren die Zeichen schon lange da… ich wusste sie nur nicht zu deuten. Komplette Tage, die in totaler Unproduktivität und der Horizontalen auf meinem Kannappee vergingen, drei Tage langes Unwohlsein in der Magengegend, völlige Erschöpfung bereits am ersten Arbeitstag der Woche und stechende Schmerzen in der Hirngegend am Morgen danach… all das war schon länger Usus, aber wie das oft so ist: Man braucht erstmal einen Anlass um mit Dummheiten jeglicher Art Schluss zu machen. Und meinen Anlass möchte ich Euch heute erzählen.
Es begab sich also vor mittlerweile zweieinhalb Monaten, da fassten wir, das heißt Jochen, Toby, ich und diverse unserer Freunde, den Entschluss, dass es mal wieder allerhöchste Eisenbahn wäre den Tanzboden in einer der angesagtesten Dissen Ulms zu rocken. Ein gepflegter Abend im Theatro stand also auf dem Programm. Und wie das meistens abläuft wird im Vorfeld nicht nur Vanilletee getrunken. Also trafen wir uns bei Jochen um etwaig vorhandene Biers und Sambucen (Sambuca, der; Plural: die Sambucen… so wie Taxi/Taxen, Pizza/Pizzen, Sofa/Sofen, Motto/Motten, …) ihrer Bestimmung zuzuführen. Kaum, dass das erledigt war - dass wir alle schon ein wenig bedüdelt waren brauch ich an dieser Stelle nicht erwähnen - gingen wir gen Innenstadt um uns auf dem Weg noch in der berühmt berüchtigten… na ja, eigtl. ist sie nur berüchtigt… egal. Auf jeden Fall wollten wir uns mit anderen Partywilligen in der Vorglühbar treffen um dann ins Theatro weiterzuziehen. Wie das Leben so will, hatte Ralf Gonzales (…so ähnlich muss er heißen…), der Wirt unseres Vertrauens so viel Alkohol im Laden, dass er den sogar verkauft hat, wovon wir reichlich gebrauch gemacht haben. So landeten also drei Cocktails in meinem Schlund, die mich zudem insgesamt nur vier Euro kosteten… und da sag nochmal einer, ich sei kein Sparfux. Nun ja… die Meute war vollständig und wir ständig voll (…ich weiß, dass das sinngemäß nicht sooo geil hier reinpasst, aber dieses Wortspiel fand ich so großartig, dass ich es unbedingt loswerden wollte.). Wir wanderten also weiter in Richtung unseres Zielortes. Im Theatro angekommen, sahen wir ein, dass wir schon wieder zu viel getrunken hatten, bestellten jeder ein stilles Wasser mit Zitronenschnitz und pflegten die gediegene Konversation… Bullshit! Wir hauten uns noch einige Biers rein, danceten, dass alles zu spät war und sabberten hinter allem her, was Arsch, Brüste und nen Puls hatte. Zumindest ist diese Aussage eine Kombination aus der Berichterstattung Dritter und meinen Erfahrungswerten, denn tatsächlich erinnern kann ich mich daran nicht. Um den exakten Zeitpunkt meines Filmrisses zu definieren: es war direkt, nachdem wir den Eintritt gezahlt hatten.
Meine Erinnerung setzt dann am nächsten Morgen ein, als meine liebe Nachbarin, die Katrin, urplötzlich im Hausflur an meiner Tür stand und rief: “Jo! Hallo! Bist du da?” Ich wunderte mich, wieso die einfach auf nen Samstag Mittag in meine Bude einbricht um nach mir zu rufen. So schnellte ich also aus meinem Bett hoch… das Blut in meinem Körper blieb aber leider knapp über Laminathöhe, so dass mir gar nicht so gut war in diesem Moment. Die Katrin erklärte mir kurz, dass sie sich um mich sorgte, da den ganzen Morgen meine Tür offen stand. Konnte ja gar nicht sein. Konnte doch sein, da ich in meinem Suff die Tür offensichtlich zuerst abgeschlossen hatte, bevor ich versuchte sie ins Schloss zu drücken, was nicht so von Erfolg gekrönt war, wie ich es mir wohl gewünscht hätte. Nachdem die Katrin wieder nach nebenan gegangen war, verschloss ich also erstmal meine Tür ordnungsgemäß. Langsam lüftete sich der Dunst vor meinen Augen und ich sah mich in meiner Wohnung um… Dort lagen diverse Kleidungssstücke - natürlich nur diejenigen, die ich nicht zum Schlafen angelassen hatte - in alle Windrichtungen verstreut. Langsam begann ich in meinem benebelten Schädel einen pochenden Schmerz zu spüren, wie er abartiger kaum sein konnte. Wie jedes Mal überprüfte ich das Vorhandensein meiner Habseeligkeiten. Geldbeutel? Anwesend aber leer. So viel hatte ich doch gar nicht getrunkrn. Da müsste doch noch ein Fuffi übrig sein… seltsam. Schlüssel mit Schlüsselbund? Im Schloss der Wohnungstür (…lag bei anderer Gelegenheit auch schon einmal in einzelne Schlüssel zerteilt und um einen Briefkastenschlüssel dezimiert auf dem Fußboden meiner Wohnküche. Handy? Anwesend (…wäre nicht das erste Mal gewesen, dass ich es im Kühlschrank zwischen Emmentaler und Lyoner wiederfinde). Jacke? Anwesend (…auch das war nicht immer so. Mein Jackenverschleiß ist berüchtigt!). Jeans durchwühlt. Kein Geld. Aber Strafzettel. Strafzettel? Ich hab doch gar kein Auto?!? Da fingen meine Synapsen an zu rotieren. was war da los?!? Die beiden Strafzettel, die ich zerknüllt in meiner Hosentasche fand befanden sich ursprünglich an der Windschutzscheibe eines Smart des örtlichen Car-Sharing-Projekts car2go, welcher in der Innenstadt auf meinem Heimweg geparkt war. Langsam aber sicher machte sich eine nicht unerhebliche Verunsicherung breit. Ich rief also den Toby an um mir erklären zu lassen, was während meines Filmrisses passierte:
Wir verließen gegen halb vier das Theatro. Alle wollten nur noch nach Hause. Alle? Weit gefehlt. Toby und ich wollten unbedingt noch in den Schicki-Micki-Tanzschuppen etwa einhundert Meter vom Theatro entfernt, das Myer’s. Der Türsteher machte uns allerdings klar, dass Toby hineingehen dürfe, ich aber zu betrunken sei. darauf verwickelte ich ihn in ein Gespräch… zugegeben… ich hielt einen Monolog, in dem ich ihn auch mit Begriffen titulierte, welche die ein oder andere Randgruppe als unpassend empfunden hätte. Dies trug natürlich nicht zu seiner Laune bei, so dass wir beide unverrichteter Dinge von dannen zogen. Wir gingen also zum Rest der Gruppe zurück, die auf uns gewartet hatten. Nein, gelogen. Toby ging zurück. Ich lief kommentarlos in die andere Richtung, welche meinen Heimweg darstellte. Von da an weiß leider niemand, was ich getan habe. Mit der Ausnahme, dass ich circa drei Stunden später versucht habe Toby anzurufen. Sehr, sehr mysteriös das alles.
Ich fasse zusammen: Nicht in die Disko gekommen, Türsteher beleidigt, heimwärtsgetorkelt, drei Stunden später telefoniert, dazwischen Strafzettel von Smarts abgepult. Ich kombinierte mit meinen Sherlock-Holmes-mäßigen Fähigkeiten: Halb vier Uhr, Fünfzig Euro in der Tasche, die mittlerweile fehlen, Strafzettel vom Car Sharing in der Tasche… Schlussfolgerung: Ich nahm den Smart, der auf dem Heimweg so rumstand, fuhr damit in die Blaubeurer Straße, den einzigen Ort, wo man um diese Uhrzeit noch fünfzig Euro loswerden kann. Sei es bei McDonald’s, Burger King oder wenn’s gut gelaufen ist im örtlichen Laufhaus oder der Nacktbar nebenan. Verdammt! Was hab ich da getan?!? In diesem Moment rutschte mein Herz dermaßen in die Hose, ich bekam Hitzewallungen und der Angstschweiß trat vollflächig aus meinem Körper aus. Eine derartige Angst habe ich glaube ich noch nie gespürt. Speziell der Gedanke in meinem Zustand mit einem Mietauto gefahren zu sein, in dem Bewusstsein, dass meine Verfassung so war, dass die Chance größer war, dass ich diverse Fußgänger überfahre als dass ich heil zu Hause ankomme, hat mich völlig fertig gemacht.
Ich also erstmal etwas über meinen Revuekörper gestriffen und aus dem Haus gegangen. Ich lief eine Runde durch die erweiterte Nachbarschaft, um sicherzugehen, dass nicht in irgendeinem Vorgarten um eine Laterne ein vertträumter kleiner Smart gewickelt war, unter dem noch multiple Gliedmaßen herausschauen. Ich konnte aber glücklicherweise keinen finden. Später kam ich auf die Idee, in meinem Buchungsportal im Internet nachzuschauen, aber auch das sagte mir, dass ich keinen Smart mehr bewegt hatte. Als ich mit Don X telefonierte, teilte dieser mir außerdem mit, dass ich meine fünfzig Euro wohl doch schon in der Disko in Alkohol getauscht und zu einem Teil auch ihm geliehen hatte… und da keine Abhebung auf meinem Kontoauszug zu finden war, war also sichergestellt, dass ich mein Geld weder verfressen noch vervögelt hatte… huiuiui… wiedermal Glück gehabt.
Nach und nach wurden also meine Befürchtungen entkräftet, doch da bis heute ungeklärt ist, was ich in den drei Stunden gemacht habe, die mir an jenem Abend fehlen, und was ich Toby um halb sieben Uhr morgens so dringend mitteilen wollte, hielt sich dieses flaue Gefühl im Magen noch eine ganze Weile.
Dies war also die Geschichte, wie ich beschloss für eine ganze Weile auf Sex und Alkohol zu verzichten und in Askese zu leben… Okay, das mit dem Sex war nicht meine Idee, aber das mit dem Alkohol habe ich freiwillig durchgezogen. Ich setzte mir 2 Termine, an denen ich trinken würde und genau an diesen trank ich. Dazwischen war ich etwa zwei Monate trocken und muss sagen: Es hat mir sehr gut getan und ich fühle mich wesentlich besser als zuvor. Nicht nur, weil meine Leber vermutlich auf ein Viertel ihrer vorherigen Größe geschrumpft ist, sondern auch, weil ich mir seit langem endlich mal bewiesen habe, dass ich mir etwas vornehmen und auch durchziehen kann. So etwas kam schon lange nicht mehr vor.
Andererseits möchte ich aber auch etwas anklagen. Und zwar muss ich an dieser Stelle meinen Freunden mal einen Vorwurf machen: Warum kommt niemand damit klar, wenn einer von uns sich mal eine Weile nicht zuschüttet als gäb es kein Morgen? Zugegeben, es kommen bei nüchternen Abenden nicht solche Straßenfeger heraus wie diese Geschichte einer ist, aber warum wird man angefeindet und als Langweiler tituliert nur weil man mal nicht völlig entgleist? Freunde sollten so nicht zueinander sein. Nehmt Euch das zu Herzen bevor Ihr wieder den Gruppenzwang in Reinkultur propagiert, in dem Ihr Antialkoholiker diskriminiert und aufs übelste mobbt. Macht das doch lieber mit Rauchern
Damit entlasse ich Euch nun mal wieder in eure eigene Welt, aber denkt auch Ihr Anderen daran: Niemand hat es verdient wegen des Verzichts auf Alkohol angefeindet zu werden. Solche Menschen müssen unterstützt werden. Alkohol böse. Freunde lassen Freunde nicht betrunken Auto fahren. Aber sieben Bier sind auch ein Schnitzel.
In diesem Sinne…
Euer Joachim
Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.
In ungewohnt kurzer Frequenz folgt auch schon der nächste Eintrag in unser aller Lieblingsblog. Als ich aber gestern noch einen Blick in die Statistiken von “Das Leben hat mich nicht gefragt” warf, musste ich mich doch ein wenig wundern wonach die Menschen so suchen. Und das möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Vorhang auf für die Top12- Suchbegriffe, welche die Menschen auf diese Seite führen:
Ich fände es natürlich super, wenn der Herr, der nach der Penisbewertung gesucht hat uns hier in einem kleinen Kommentar teilhaben lässt, wie viele Zentimeter sich denn in seiner Hose verstecken. Auch ob jemand seine Zugbekanntschaft vom Dienstag wieder gefunden hat oder ob sich Diazepam und Klosterfrau melissengeist vertragen interessiert mich natürlich brennend. Also erzählt mal…
Ansonsten wünsche ich erstmal ein schönes Wochenende.
In diesem Sinne…
Euer Joachim
Dunnerkeil…
was ein Fest war das am vergangenen Wochenende. Mein lieber Freund der Tanzflur-Toby feierte sein dreißigjähriges Bühnenjubiläum auf dieser Bühne, die wir Leben nennen. Und es sollte aus zwei Gründen ein wunderschönes Spektakel werden.
Zunächst war es einfach ein schönes Fest, das die besten Exemplare unserer Spezies endlich einmal wieder unter das selbe Dach zum Feiern zusammenbrachte, was viel, viel zu selten geschieht. Gegen zwanzig Uhr begannen wir mit köstlichen Hors d’œuvre und den ersten Biers, die alsbald von diversen Likörchen ergänzt wurden. Angesichts der Tatsache, dass der Geburtstag rein technisch erst ab Mitternacht eingeläutet werden sollte, machte ich mir ein wenig Sorgen bezüglich meines Zustands, den ich zu diesem Zeitpunkt haben würde. Denn wie sich das für so einen runden Geburtstag gehört, war eine Bescherung geplant, wie sie eines alten Mannes würdig ist, inklusive diverser Laudationes, die von uns, die wir seine besten Freunde darstellen, gehalten werden sollten.
Nichtsdestowenigerzumtrotz fuhren wir mit dem Befeuchten unserer durstigen Kehlen fort (… warum verspüre ich beim Schreiben dieses Satzes den unbändigen Drang, erotische Geschichten zu verfassen?!? …komisch). Und siehe da, um Mitternacht standen wir alle noch einigermaßen senkrecht, zumindest in ausreichenden Maße, dass wir in der Lage waren, die Show beginnen zu lassen. So begann der gute Wolfgang, quasi unser Creative Director, der das Denken und Deligieren offensichtlich schon mit der Muttermilch aufgesogen hat, und dem an dieser Stelle noch einmal Dank für seine Leistung in Sachen Geburtstagsgeschenkidee und -umsetzung ausgesprochen werden soll. Weiterhin seien lobend erwähnt die Performances von Don X und Jackass-Jochen, die an diesem Abend unerreicht blieben. Der Don demonstrierte mit einer eloquenten Einleitung zu romantischer Hintergrundmucke und einem zauberschönen Sonett, das Tobys Verhältnis zur Frauenwelt nicht treffender hätte umschreiben können, dass er doch zurecht den Schritt vom Antiliteraten zum Deutschlehrer und Hobbylyriker gewagt hat. Und Jochen… ohne Worte. Thema seiner Laudatio: Helden unserer Jugend. Und wie es sich für einen Jungen gehört, der die kompletten Achtziger mitgenommen hat, lief er in einem Outfit auf, dass den anwesenden Damen sogleich einen warmen Schwall am Bein runterlaufen ließ. Angefangen beim Jane-Fonda-Trainingsanzug, der weiß mit lilafarbenen Ornamenten daherkam, über die braun-goldene Porno-Pilotensonnenbrille bis hin zur hart antrainierten Schenkelbürste, dem lockigen Brusthaartoupet und dem MacGyver-hoch-zehn-Vokuhila in straßenköterblond. Der folgende Vortrag über David Hasselhoff, das A-Team und den bereits angeschnittenen Herrn Angus MacGyver war dann wie nicht anders erwartet ähnlich großartig. Jungs, dafür nochmal “Daumen hoch!”. Nachdem dann alle Geschenke überreicht waren stimmten wir noch die exklusiv umgeschriebene Version des musikalischen Kleinods “Joana” an um uns danach wieder dem Alkohol, leckeren Geburtstagskuchen und der Tanzfläche zu widmen. Ich sach euch… ein Wiener Walzer auf zwei Quadratmetern holpriger Wiese wenn man schon ordentlich einen im Tee hat ist gar nicht so prickelnd, auch wenn die Partnerin noch so großartig ist… kleiner Gruß an dieser Stelle an eben jene wundervolle Tänzerin: Wir müssen das bei Gelegenheit mal unter besseren Bedingungen wiederholen. So feierten wir bis in die Morgenstunden, reichten ein Dreiliterglas gefüllt mit Perlachschorle herum, sangen und tanzten als gäbe es kein Morgen…
Den gab es aber doch und war zumindest auf meiner Seite geprägt von Kopfschmerz und grenzenloser Übelkeit, was vermutlich auf den Alkoholkonsum des vergangenen Abends zurückzführen war.
Eben dieser Alkoholkonsum führt uns auch schon zur nächsten Geschichte und dem zweiten der oben angesprochenen Gründe, warum dies ein denkwürdiger Tag war… da mir allerdings auch schon die Fingerkuppen bluten, werde ich Euch diese kleine Anekdote beim nächsten mal kredenzen.
Ihr seht aber: Dreißig zu werden scheint gar nicht so schlimm zu zu sein. Ich bin gespannt wie sich das bei mir äußern wird, dauert ja auch nicht mehr soooo lang.
In diesem Sinne…
Euer Joachim