Dunnerkeil…
was ein Fest war das am vergangenen Wochenende. Mein lieber Freund der Tanzflur-Toby feierte sein dreißigjähriges Bühnenjubiläum auf dieser Bühne, die wir Leben nennen. Und es sollte aus zwei Gründen ein wunderschönes Spektakel werden.
Zunächst war es einfach ein schönes Fest, das die besten Exemplare unserer Spezies endlich einmal wieder unter das selbe Dach zum Feiern zusammenbrachte, was viel, viel zu selten geschieht. Gegen zwanzig Uhr begannen wir mit köstlichen Hors d’œuvre und den ersten Biers, die alsbald von diversen Likörchen ergänzt wurden. Angesichts der Tatsache, dass der Geburtstag rein technisch erst ab Mitternacht eingeläutet werden sollte, machte ich mir ein wenig Sorgen bezüglich meines Zustands, den ich zu diesem Zeitpunkt haben würde. Denn wie sich das für so einen runden Geburtstag gehört, war eine Bescherung geplant, wie sie eines alten Mannes würdig ist, inklusive diverser Laudationes, die von uns, die wir seine besten Freunde darstellen, gehalten werden sollten.
Nichtsdestowenigerzumtrotz fuhren wir mit dem Befeuchten unserer durstigen Kehlen fort (… warum verspüre ich beim Schreiben dieses Satzes den unbändigen Drang, erotische Geschichten zu verfassen?!? …komisch). Und siehe da, um Mitternacht standen wir alle noch einigermaßen senkrecht, zumindest in ausreichenden Maße, dass wir in der Lage waren, die Show beginnen zu lassen. So begann der gute Wolfgang, quasi unser Creative Director, der das Denken und Deligieren offensichtlich schon mit der Muttermilch aufgesogen hat, und dem an dieser Stelle noch einmal Dank für seine Leistung in Sachen Geburtstagsgeschenkidee und -umsetzung ausgesprochen werden soll. Weiterhin seien lobend erwähnt die Performances von Don X und Jackass-Jochen, die an diesem Abend unerreicht blieben. Der Don demonstrierte mit einer eloquenten Einleitung zu romantischer Hintergrundmucke und einem zauberschönen Sonett, das Tobys Verhältnis zur Frauenwelt nicht treffender hätte umschreiben können, dass er doch zurecht den Schritt vom Antiliteraten zum Deutschlehrer und Hobbylyriker gewagt hat. Und Jochen… ohne Worte. Thema seiner Laudatio: Helden unserer Jugend. Und wie es sich für einen Jungen gehört, der die kompletten Achtziger mitgenommen hat, lief er in einem Outfit auf, dass den anwesenden Damen sogleich einen warmen Schwall am Bein runterlaufen ließ. Angefangen beim Jane-Fonda-Trainingsanzug, der weiß mit lilafarbenen Ornamenten daherkam, über die braun-goldene Porno-Pilotensonnenbrille bis hin zur hart antrainierten Schenkelbürste, dem lockigen Brusthaartoupet und dem MacGyver-hoch-zehn-Vokuhila in straßenköterblond. Der folgende Vortrag über David Hasselhoff, das A-Team und den bereits angeschnittenen Herrn Angus MacGyver war dann wie nicht anders erwartet ähnlich großartig. Jungs, dafür nochmal “Daumen hoch!”. Nachdem dann alle Geschenke überreicht waren stimmten wir noch die exklusiv umgeschriebene Version des musikalischen Kleinods “Joana” an um uns danach wieder dem Alkohol, leckeren Geburtstagskuchen und der Tanzfläche zu widmen. Ich sach euch… ein Wiener Walzer auf zwei Quadratmetern holpriger Wiese wenn man schon ordentlich einen im Tee hat ist gar nicht so prickelnd, auch wenn die Partnerin noch so großartig ist… kleiner Gruß an dieser Stelle an eben jene wundervolle Tänzerin: Wir müssen das bei Gelegenheit mal unter besseren Bedingungen wiederholen. So feierten wir bis in die Morgenstunden, reichten ein Dreiliterglas gefüllt mit Perlachschorle herum, sangen und tanzten als gäbe es kein Morgen…
Den gab es aber doch und war zumindest auf meiner Seite geprägt von Kopfschmerz und grenzenloser Übelkeit, was vermutlich auf den Alkoholkonsum des vergangenen Abends zurückzführen war.
Eben dieser Alkoholkonsum führt uns auch schon zur nächsten Geschichte und dem zweiten der oben angesprochenen Gründe, warum dies ein denkwürdiger Tag war… da mir allerdings auch schon die Fingerkuppen bluten, werde ich Euch diese kleine Anekdote beim nächsten mal kredenzen.
Ihr seht aber: Dreißig zu werden scheint gar nicht so schlimm zu zu sein. Ich bin gespannt wie sich das bei mir äußern wird, dauert ja auch nicht mehr soooo lang.
In diesem Sinne…
Euer Joachim