Hallo zusammen!
Ich glaube, es ist mal wieder allerhöchste Zeit für eine neue Episode aus meinem Leben… oder wie ich es gerne nenne: Pleiten, Pech und Pannen! Nach dem ich Euch ja viel zu lange sträflich vernachlässigt habe, gibt es also neuen Auswurf an dieser Stelle. Ich sollte mir nur noch was einfallen lassen, über das es sich lohnt zu schreiben… Ich fang da einfach mal an mit einem der schönsten Ereignisse im letzten halbe Jahr.
Hattet Ihr schon einmal einen Traum, in dem Ihr vor einem großen Tor standet, auf einer Wolke der Zufriedenheit schwebend? Gleißendes Licht schien Euch entgegen. Auf der anderen Seite winkten Oma und Elvis… nun ja, ganz so war es dann auch nicht. Elvis lebt ja immerhin noch und sonnt sich mit Adolf und Tupac irgendwo in Südamerika. Auf jeden Fall ist für mich vergangenen Freitag dieser Traum wahr geworden, als sich mittags um 13 Uhr zum letzten Mal die Tore meiner glorreichen Praxissemesterstelle für mich öffneten und mich in die Freiheit entließen… So ist das also. So muss sich ein Knasti fühlen, nachdem er 20 Jahre lang nur gesiebte Luft geatmet hat, beim Sex immer mit Frauennamen angesprochen wurde, aber endlich wieder auf die Öffentlichkeit losgelassen wird: Frei und ohne Perspektive!
Aber eins muss man meinem Ex-Chef lassen: Er macht sich echt Gedanken, wenn es um Abschiedsgeschenke geht. Immerhin gab’s nen Funkwecker und ein Päckchen “Feel-Good Tea”… Ein Schelm, wer daraus auf meine Pünktlichkeit bzw. die Anzahl der Krankheitstage schließt! Soviel zu diesem Thema. Den Rest des Freitags spare ich hier aus, da das ganze dann in hässlichen Exzessen endete, die nicht mehr mit dem Jugendschutz zu vereinbaren sind.
Und weil der Samstag an sich ja sowieso völlig überschätzt wird kommen wir gleich zum Sonntag. Diesem wurde am vergangenen Wochenende ja eine ganz spezielle Bedeutung beigemessen. Er sollte über die Zukunft unserer großen Nation entscheiden. Nun ja… natürlich nicht er selber, denn der Sonntag ist ja ein Tag und kann dementsprechend nichts entscheiden, aber der Sonntag war eben der Tag, an dem die Bundestagswahl stattfand. Klingt komisch, is’ aber so. Aber wie wir mittlerweile wissen ist ja auch die Bundestagswahl völlig überschätzt, denn entschieden hat sich absolut nichts. Und trotzdem benehmen sich auf einmal alle, als wenn sie die Wahl absolut in der Tasche hätten. Joschka Fischer legt ein Selbstbewusstsein an den Tag wie zu Zeiten, als er noch Staatsbediensteten Steine an die Rübe warf, wobei es ihm völlig Schnuppe ist ob er in der Opposition oder Regierung sein Temperament spielen lassen darf, solange man ihn nur mitspielen lässt. Ähnliches gilt auch für Guido Westerwelle, die alte Giftspritze. Immer wenn dem einer grad zehn Cent in den Schlitz am Rücken schmeißt sagt er: “Ich will keine Ampel. Ich will keine Ampel. …” Vielleicht hätte ihm vorher jemand sagen sollen, dass die Aussichten Kanzler zu werden bei einem Ergebnis von zehn Prozent eher als verschwindend gering zu bezeichnen sind. Ich denke er hat es bis heute nicht kapiert, dass er dafür den Verein wechseln sollte. Aber mal ehrlich: Wer würde für den auch ne Ablöse zahlen… Angela Merkel hingegen tut mir ja schon ein bisschen leid. Die hatte sich ja schon so auf die Wahl gefreut. Das hat man doch schon ihrer überraschenden Wortgewandtheit und ihrem natürlichen Lächeln beim TV-Duell angemerkt. Und jetzt erzählen die gemeinen Jungs von der SPD solange, dass CDU und CSU gar nicht zusammengehören und deshalb die SPD die Wahl gewonnen hat, dass sie erstmal ihren persönlichen Yoda Dr.Helmut K. anruft um das zu klären und ansonsten einfach nur die Klappe hält, wenn Schröder die Elefantenrunde aufmischt. Womit wir auch schon beim letzten Kollegen wären. Mal unter uns: Ich weiß ja nicht, was der Schröder vorher gemacht hat, aber von den Drogen, die er genommen hat will ich auch was haben! Der muss irgendwelche Dinge eingeworfen haben, die die Wahrnehmung der farbigen Balken im TV sehr beeindrächtigt haben. Anders kann ich mir seine Siegesposen mit seinem Homie Franz echt nicht erklären, denn wenn jetzt die Jamaika-Koalition loslegt… ich seh da keinen roten Streifen auf der Flagge, Herr Bundeskanzler.
Schönes Wort übrigens: Jamaika-Koalition. Da kommt doch gleich ein wenig Urlaubs-Flair auf. Der bierernste Beigeschmack, den so eine Wahl mit sich bringt - es geht ja immerhin um was - wird da gleich etwas relativiert. Und auch die Entscheidungsfindung unter dieser Flagge geht doch gleich viel entspannter von Statten. Ich stell mir grad vor, wie Angie, Joschka und Guido bekleidet mit Rastafari-Mützen mit angenähten Dreadlocks zusammen bei Ede sitzen - Was der an Stoff hat… Man sagt seine Jungs konfiszieren sogar Oregano, wenn man den im Nachfüllbeutel kauft - und unseren Bundesgerd auslachen. Der - mittlerweile mit nem Mordskater aufgewacht - denkt sich beim Anblick der Aufzeichnungen vom Vorabend mit Sicherheit auch: Geht gar nicht! Und zu nem bunten alkoholischen Mixgetränk mit rosa Schirmchen und Zigaretten mit Additiven aus biologischem Anbau diskutieren unsere Karibik-Freaks dann über die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. So muss Politik doch heutzutage aussehen. Ohne Sex, Drogen und Gewalt holt man doch keinen Hund mehr hinterm Ofen vor. Und da keiner von uns sexuelle Handlungen sehen will, an denen Angela Merkel beteiligt ist, und wir die Handgreiflichkeiten im Parlament lieber unseren asiatischen Freunden (…und da zähl ich die Italiener auch dazu!) überlassen, hey… da bleibt nicht mehr viel übrig.
Was lernen wir also daraus? Punkt eins: Wir führen wieder Monarchie oder Wahlweise ‘ne verträumte kleine Diktatur ein, da ersparen wir uns dieses ganze Gedöhns mit der Koalitionsbildung. Zweitens: Wir machen ein Zwei-Parteien-System à la USA. Da sollte man davon ausgehen können, dass eine der beiden Parteien eine regierungsfähige Mehrheit hinkriegt… Außer natürlich Schröders Cousin liefert das System zur Stimmenauszählung in Dresden, was letztendlich im erneuten Angriff auf Polen endet und wir landen wieder bei Punkt eins. Drittens: Wir lernen’s endlich, dass das alles Scheiße ist, was da bei uns passiert und wir setzen unser Kreuzchen nächstes Mal an der richtigen Stelle. Tja… es liegt alles in unserer Hand. Bedenkt das wenn wir in vier bis sechs Wochen wieder zur Urne müssen! In diesem Sinne…
– Euer Joachim