Da staunt der Laie und der Fachmann wundert sich.
In ungewohnt kurzer Frequenz folgt auch schon der nächste Eintrag in unser aller Lieblingsblog. Als ich aber gestern noch einen Blick in die Statistiken von “Das Leben hat mich nicht gefragt” warf, musste ich mich doch ein wenig wundern wonach die Menschen so suchen. Und das möchte ich euch natürlich auch nicht vorenthalten. Vorhang auf für die Top12- Suchbegriffe, welche die Menschen auf diese Seite führen:
Ich fände es natürlich super, wenn der Herr, der nach der Penisbewertung gesucht hat uns hier in einem kleinen Kommentar teilhaben lässt, wie viele Zentimeter sich denn in seiner Hose verstecken. Auch ob jemand seine Zugbekanntschaft vom Dienstag wieder gefunden hat oder ob sich Diazepam und Klosterfrau melissengeist vertragen interessiert mich natürlich brennend. Also erzählt mal…
Ansonsten wünsche ich erstmal ein schönes Wochenende.
In diesem Sinne…
Euer Joachim
Schönen guten Tag liebe Freunde der unterhaltsamen Schmalkost,
Es ist der Beginn einer neuen Ära… Ich habe es nach hartem Kampf - mit mir, meinen Moralvorstellungen, meinem Chef und meinem Projektleiter - endlich geschafft: Der erste Tag Urlaub, den ich seit Beginn meines Full-Time-Arbeitslebens im Juni 2008 habe… zugegeben, der begann erst heute Nachmittag um fünfzehn-dreißig mitteleuropäischer Sommerzeit und ich pfeife mir in ungesunder Lautstärke die selbe Mucke rein, wie ich es jetzt im Büro täte, aber trotzdem für mich schon völliger Freizeit-Overkill. So richtig kann ich es wahrscheinlich erst glauben, wenn ich morgen früh bei meiner Mutti in Bremen aufwache und feststelle, dass es erstens später als vier Uhr ist und ich zweitens mich einfach umdrehen und weiterschlafen kann ohne Statements wie “…demnächst hagelts Abmahnungen!” um die Ohren geblasen zu kriegen. So wird dann auch dieses flaue Gefühl im Magen sich einen neuen Besitzer suchen müssen, dass mir mittlerweile jeden Morgen signalisiert hat: “Alter… den Job willst du nicht länger machen”.
Für alle, die sich jetzt wundern… nein, auch wenn es so klingt, ich arbeite nicht bei der Müllabfuhr. Die haben geregeltere Arbeitszeiten als ich. Aber wenn man als halbgarer Wirtschaftsinformatiker sein Diplom macht um dann als Software-Entwickler auf Sparflamme zu arbeiten (…wobei die Sparflamme sich auf die Fähigkeiten beziehen, nicht die Hingabe, mit der man zu Werke geht…), dann muss man eben auch mal hier und da die mangelnde Qualifikation durch die ein oder andere Überstunde wett machen. Und wenn man Joachim heißt, von Grund auf Perfektionist ist und völlig unfähig halb fertige Arbeit ruhigen Gewissens um siebzehn Uhr auch einfach mal liegen zu lassen, dann sind das auch ein paar Stunden länger. Erwähnt seien hier dieses Wochenende im Januar, an dem ich mich um fünf Uhr morgens schön auf das im Büroflur situierte Sofa gebettet habe, um am Samstag Morgen frisch und erholt weiterzuarbeiten, und der Mittwochdonnerstag vergangener Woche, der am Mittwoch um sieben Uhr morgens begann um am Donnerstag gegen siebzehn-dreißig zu enden… damit ich nach kurzer Pause und sieben Stunden Schlaf um drei Uhr nachts wieder aufstehen konnte um meiner Tätigkeit nachzugehen. Natürlich sind dies die Extrembeispiele, aber trotzdem haben einige Aspekte des sozialen Lebens in den letzten Monaten sehr gelitten.
Aber nicht mehr mit mir… die nächsten Tage werde ich erstmal im Schoße der Familie verbringen, wo ich hoffe wieder ein Stück weit resozialisiert zu werden, um dann in der Obhut meiner Freunde jegliche Sozialverträglichkeit wieder über Bord werfen zu können. Hach wie schön war die Zeit…
[Es vergeht eine gute viertel Stunde verträumten in die Luft Schauens, eine einsame Träne der Nostalgie wandert südwarts auf meiner linken Wange... außerdem trielt ein Schweißtropfen gerade in mein Maurerdekolleté, aber das war jetzt wahrscheinlich ein wenig zu viel Information.]
Und um die Stimmung wieder in etwas luftigere Gefilde zu treiben gibt’s auch gleich noch eine Anekdote aus besseren Tagen…
Da war zum Beispiel dieser eine Abend… An diesem beschlossen Tanzflächen-Toby und ich unseren Wirkungsradius mal wieder etwas zu erweitern. Also zogen wir aus, um in Reute bei Bad Waldsee einem Fest in der örtlichen Mehrzweckhalle beizuwohnen. Ganz feine Idee: Kein Mensch anwesend, den man kennt, was bedeutet, dass man sich gepflegt zum Hirsch machen kann, ohne das die nächsten zwei Jahre nachgetragen zu bekommen. Also war die Mission klar. Voller Tatendrang schütteten wir uns also die ersten paar Biers rein um auf Betriebstemperatur zu kommen. Routine also. Es dauerte auch gar nicht so lange bis wir mit der adretten Barfrau ins Gespräch kamen. Nachdem in der Gegend offensichtlich nicht gar soooo viele Mütter das Glück haben, schöne Töchter aus ihren Leibern zu pressen, für die sich der Stress dann auch gelohnt hätte, widmeten wir uns fortan eher unserer Performance auf der Tanzfläche zu den Klängen der überregional bekannten Cover-Rock-Band FACE . Unvermeidlich war dann ja auch der hochfrequente Gang zum Bierstand, wo die Bardame unseres Vertrauens mit nicht nachlassender Hingabe ihrer Arbeit nachkam, uns mit Alkohol zu versorgen. Irgendwann war der Punkt erreicht, an dem wir völlig hemmungslos zum Angriff auf ihre Gefühlswelt übergingen. Nach kurzem Hin und Her erlangten wir davon Kenntnis, dass die junge Frau bereits verheiratet war. Andere hätte das ins Bockshorn gejagt… wir fühlten uns dazu berufen, ihr einen Heiratsantrag zu machen.. im Doppelpack… wenn sie sich doch nur vom anderen Typen scheiden ließe. Der gewiefte Leser ahnt es bereits: Die beiden sind vermutlich noch heute verheiratet und Toby und meine Wenigkeit mussten unseren Kummer ertänken.
Ein paar Biers später fanden wir uns dann am Rande der Tanzfläche -Slash- des eingezeichneen Volleyballfeldes wieder. Pünktlich, um die ersten Takte von Dirty Dancing’s “I’ve had the time of my life” mitzukriegen (… mal ehrlich: es weiß doch kein Mensch, von wem der Song wirklich ist, oder?). Da machte der begnadete Frontmann der Kapelle, Tom Croël, die verheerende Ansage: “… und jetzt nimmt mal jeder seinen Schatz in den Arm.” Da fiel sein Blick auf Toby und mich, die wir offensichtlich grad die beiden einzigen waren, die noch keine Ische in unseren muskulösen Armen hatten. “Na Jungs, da hinten sind doch zwei ganz Hübsche.” Wir schauten die Mädels an, die in der Tat extrem fesch waren, sahen wieder zur Bühne hoch und unser Gesichtsausdruck verriet uns: “Ah, ihr habts schon probiert.” … ertappt. Welcher Satan uns in diesem Moment auch immer geritten hat… wir legten unsere Arme umeinander um die Situation zu retten und ernteten ein mitleidiges “Och Jungs, bitte…” von Croëls Tom. Alles klar…so demontiert würden wir da keinen Blumentopf mehr gewinnen. Wir also wieder den Bierstand erleichtert und siehe da: Innerhalb kürzester Zeit war unser Ego wieder so groß wie das World Trade Center bevor Mohammed Atta zur Arbeit geflogen war.
Mit steigendem Pegel und fortschreitender Stunde sinken ja bekantlich auch die Ansprüche, weshalb wir nun unsere Zielgruppe auf die sogenannten Last-Minute-Chicks verlagerten (… böse Zungen würden vom “Restef*cken” sprechen, wozu aber per definitionem der Vollzug des Coitus gehört… und dass es keinen Selbigen mehr gab kann ich wohl vorweg nehmen ohne jemandem die Spannung zu versauen). Wie dem auch sei, ich kam also mit einer der eher unterklassigen jungen Damen ins Gespräch. Lief auch ganz gut… sie fand mich nett, ich fand sie… ähm… okay, es war mir scheißegal, ich wollte sie bumsen. Von hier an war ich wie ausgewechselt. Ich war eine Aufreiß-Maschine ohne jede Gnade. Nach kurzer Zeit kam da so ein anderer Typ und versucht doch echt mir die Schau zu stehlen. Das habe ich mir natürlich nicht lange angeschaut. Also habe ich einen Blick auf den Typen geworfen und mir war klar, was ich zu tun hatte. Ich drückte ihm also einen Fünfer in die Hand und meinte: “Junge, verschwind an die Bar und trink einen auf mich.” Seine Augen leuchteten wie bei einem Halbwüchsigen am Weihnachtsabend, er warf noch einen Blick auf das Mädel, dann auf den Fünfer in seiner Hand… und weg war er. Eins zu null für mich.
Unsere Unterhaltung ging also ungestört weiter. Sie stellte noch die Frage, wo wir eigentlich herkämen, worauf ich ihr erklärte, dass wir aus Ulm sind. Sie war mir quasi komplett verfallen, denn so Kultivierte wie wir verirren sich offensichtlich nicht so oft in diese sehr ländlichen Gefilde. Dann fragte ich sie, ob sie hier aus Reute sei. Sie bejahte und deutete in irgendeine Richtung: “Ich wohn so fünfzig Meter in der Richtung. Wo schlaft ihr heute Nacht eigentlich?” Meine Antwort war subtil und an Feinfühligkeit kaum zu überbieten: “Wenn’s gut läuft so fünfzig Meter in der Richtung.” Und ich deutete in die selbe Richtung, in die sie kurz vorher zeigte. Sie kuckte kurz etwas irritiert, aber sie nahm nicht Reißaus… Ich klopfte mir innerlich auf die Schulter. Wie die Unterhaltung so weiterging verlagerte ich Stück für Stück unsere Position ein wenig mehr in Richtung der offenstehenden Tür. Das blieb ihr offensichtlich nicht verborgen, denn sie meinte: “Du, ich merk frei schon, dass wir immer näher am Ausgang sind.” Und nun kam mein Statement des Abends… praktisch das Wort zum Sonntag und der Hans Meiser unter den Anmach-Sprüchen: “Ich hab auch nen Viertürer… da kommen wir bequem auf die Rückbank!” Yeah… wie kann ein einzelner Typ nur so geil sein?!?
Nun ja, sie hat das wohl etwas anders gesehen, denn plötzlich fing sie an von Ihrem Freund zu erzählen. Freund?!? war bisher nicht die Rede von. Aber mein Gott Walter… nichts was mir egaler wäre. Lief dann aber erstmal nicht mehr so gut. Sie holte ihren Macker her, der auch mitplaudern wollte, was ich aber gar nicht so gut fand. Guter Wingman, wie der Toby war, verwickelte er ihn dann in ein Gespräch, dass ich mich weiterhin alleine der jungen Dame widmen konnte. Sie konnte meiner Argumentationskette allerdings nicht so ganz folgen. Auf die Frage, warum sie mit mir Dinge tun sollte, sie habe doch einen Freund, erwiderte ich: “Ja und? Der zählt Schrauben bei Hymer!” Wieder ein Tor für mich… leider ein Eigentor wie sich rausstellen sollte. Der besagte Freund kam irgendwann wieder um unsere traute Zweisamkeit jäh zu unterbrechen. Nun gut… der Abend war also gelaufen. Ich wollte mich ins Auto legen um ein paar Stunden zu schlafen. Was fehlte also noch? Rischdiiisch! Ein Gute-Nacht-Kuss. Ich beschloss also den von eben jener jungen Dame mit Freund zu bekommen. Der Zeitpunkt schien nicht der beste, denn ihr Freund hatte sie im Arm und sie ihren Kopf auf seiner Schulter geparkt. Aber ich bin ja als Draufgänger bekannt… oder völlig daneben… wie man’s nimmt. Wie ich ihr so gute Nacht sagte und aktiv versuchte den besagten Kuss einzufordern kuckte sie dann auch nur noch recht schockiert, holte aus und schoss mir eine Ohrfeige, die man wahrscheinlich in der ganzen Halle gehört hat. Wow… hat wohl nicht sooo gut funktioniert. Da der minderbemittelte Freund leider auch Freunde in dieser Halle hatte, und zwar mehr als ich (scheiß Auswärtsspiele!), sagte ich zu Toby, dass es jetzt besser für mich sei zu gehen. So verließ ich also die Halle und ein denkwürdiger Abend ging zu Ende. Mal wieder nicht sonderlich erfolgreich, aber im Nachhinein sehr lustig… meint ihr nicht?
Ein guter Rat zum Schluss… ach, da fällt mir grad nichts Passendes ein, denn ich würde wahrscheinlich alles wieder genau so machen… ja ALLES. Ansonsten bleibt mir gewogen und freut euch künftig wieder auf mehr guten Stoff aus meinem Leben.
In diesem Sinne…
Euer Joachim