Das Leben hat mich nicht gefragt…

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Über Das Leben hat mich nicht gefragt…

Das Leben hat mich nicht gefragt… ist eine lockere Sammlung von mehr oder minder spannenden, lustigen und tragischen Episoden aus dem absurden Leben des Joachim H. Selbstverständlich sind alle Personen und Handlungsstränge frei erfunden und sollten nicht zu Hause nachgemacht oder in Umlauf gebracht werden. Zu Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie bitte Ihren Arzt oder Meister Eder…

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Einträge mit dem Schlagwort »Praktikum«


Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen…

Sep 2005
30

Hallo liebe Fangemeinde…

Das Praxissemester mehr oder minder erfolgreich hinter mich gebracht und zwei üppige Wochen frei… Grund genug endlich mal wieder einen Familienbesuch in Bremen zu tätigen. Der letzte ist ja - dank Praxissemester - auch schon wieder auf Weihnachten 2004 zurückzudatieren. Also mal wieder allerhöchste Eisenbahn. (Für all jene, die es bisher erfolgreich ignoriert haben: JA! Ich habe eine Abneigung gegen das Praxissemester an und für sich.) Mit den ganzen familiären Skandalen, Intrigen und dem restlichen Gedöhns verschon ich Euch an dieser Stelle einfach mal, denn sind wir mal ehrlich… es interessiert Euch nicht die Bohne.

Stattdessen berichte ich mal von einer der größten Errungenschaften des ausgehenden 20. Jahrhunderts: Dem offenen Kanal Bremen. Tummelplatz für verkannte Filmemachergenies und bei weitem unterschätzte Persönlichkeiten. Zu letzteren gehört auch mein neues Idol, der Retter Deutschlands… nein, nicht der mit dem Scheitel und dem Bärtchen. Seine Sendung hat den Titel “Herrman’s Hydepark”… Bzgl. Titelwahl schon Mal eins zu null für Herrman. Auch das Konzept ist unübertroffen. Simpel und zugleich Erleuchtung bringend. Herrman sitzt an seinem Schreibtisch hinter einem Schild auf dem in Großbuchstaben “HERRMAN’S HYDEPARK” steht und liest von Karten, die von Format und Farbe an Rückseiten von Zeichenblöcken erinnern, die Herrman in der örtlichen Grundschule geklaut hat, Weisheiten ab die er sich in seinen 127 Jahren Lebenserfahrung während des allmorgentlichen Stuhlgangs aus diversen Körperöffnungen gepresst hat. Aber bevor ich inhaltlich werde muss ich noch kurz auf die Erscheinung des guten Herrman eingehen. Wie schon angedeutet hat Herrman mindestens 264 Jahre auf dem Buckel, und er erinnert mich an irgendjemanden… jetzt hab ich’s! Wer in einer Gegend wohnt, die privilegiert genug ist eine Liste der MLPD wählen zu können, dem hat Herrman schon einmal von einem Plakat zugelächelt: Er nannte sich allerdings Karl Marx um inkognito zu bleiben. Wär das auch geklärt. Aber eines muss man dem guten Herrman lassen. Wenn wir die MLPD gewählt und ihn zum Kanzler gemacht hätten, wäre Deutschland pünktlich zu Weihnachten saniert! Unsere Schulden währen getilgt und wir könnten zusätzlich die komplete NATO durchfüttern… ja, Schorsch, auch die USA. Unsere Kinder würden endlich die Bildung bekommen, die sie verdienen. Es gäbe nur noch Eliteschulen, die allesamt von Vater Staat bezahlt würden, da ja quasi in jedem Kind ein kleines Genie schlummert, dass nur entsprechend gefördert werden muss. Und damit ihn auch der letzte Depp versteht, wird die offensichtlich einzige Folge, die von “Herrman’s Hydepark” aufgezeichnet wurde, jeden Tag zweimal gesendet. Und ich fordere: Herrman for Bundeskanzler!! Aber der Zug ist wohl abgefahren…

Apropos Zug… In eben so einem Sitze ich während ich diese Zeilen schreibe. Ja genau: Ich werfe der Deutschen Bahn AG meine sauer verdiente Kohle in den Rachen, dafür, dass mir gleich der Rechner nen Abgang macht, da die angepriesenen Steckdosen im Vis-à-vis-Bereich jedes Waggons (Zitat Deutsche Bahn) nicht funktionieren. Ganz großes Tennis! Nun ja, aber die Bahn war ja schon immer für Service am Kunden bekannt. Und was soll ich sagen? Ich bin gottfroh, dass ich in nächster Zeit nicht mehr in die Verlegenheit komme Bahn fahren zu müssen. Liegt es an den verzogenen Bälgern, derer ca. 12 in meinem Waggon sitzen und mich von allen Seiten belästigen? Ach was. Vielleicht ist es der Handyempfang, der auf 99 Prozent der Strecke gleich null ist. Egal, hab ich schon meine Ruhe. Bin ja immerhin auch in einer Ruhezone gelandet. Will heißen: Handybenutzung unerwünscht. Nur scheint das niemanden zu interessieren. Mir wird hier in unmenschlicher Lautstärke alles um die Ohren geblasen, was Jamba hergibt: Von “Für Elise” bis Kakadugeschrei und diversen Verdauungsgeräusche (…ich hoffe jetzt einfach mal, dass das Klingeltöne sind…). Einziger Lichtblick: Diese blonde Göttin, die von Kassel bis Würzburg den Platz an meiner Seite schmückte. Ein Gesicht… engelsgleich! Umrahmt von blonden Locken, wie sie Bon Jovi in den Achtzigern nie hinbekamen. ein süßer Knackarsch, in den man einfach nur reinbeißen möche, auf den sie sich leider draufsetzte und Augen, die tiefblauer waren als das Meer in einem türkischen Touri-Reservat. Ich, bekannt als alter Charmeur und Eloquenzwunder, also meinen ganzen Mut und Flirtfertigkeit in die Waagschale geworfen und… einfach mal schön die Fresse gehalten. In Würzburg stieg sie dann ja auch endlich auch aus, so dass ich ganz diskret mal meinen Schädel gegen das Klapptischchen vor mir schlagen konnte. Mal wieder souverän versagt. Aber sei’s drum. So hab ich wenigstens mehr Zeit diesen Eintrag zu verfassen. Da habt Ihr sowieso mehr von.

So… schade…mein Rechner sagt mir gerade, dass ich noch ca. 10 min habe, bevor der Akku Sabbat macht, und das Zugpersonal preist mir via Lautsprecher frisch gezapftes Warsteiner an. Ihr könnt euch denken, dass ich jetzt das Bord Bistro enter um Gebrauch von diesem Angebot zu machen. Wann hab ich schon mal die Gelegenheit, ein Bier für 4 Euro zu trinken. Das muss ich doch ausnutzen.

In diesem Sinne… Fahrt nicht mit der deutschen Bahn, wenn es sich vermeiden lässt oder nehmt wenigstens den Ratgeber “Wie mach ich in zwei Stunden ne absolute Wahnsinnsfrau klar” mit und denkt dran: Ein kleines Stück Herrman steckt auch in Euch. Also sucht Euch den nächsten offenen Kanal und lasst uns an Eurer Weisheit teilhaben. Ihr und vor Allem wir können nur gewinnen.

– Euer Joachim


Feel-Good Tea und Bacardi Feeling…

Sep 2005
20

Hallo zusammen!

Ich glaube, es ist mal wieder allerhöchste Zeit für eine neue Episode aus meinem Leben… oder wie ich es gerne nenne: Pleiten, Pech und Pannen! Nach dem ich Euch ja viel zu lange sträflich vernachlässigt habe, gibt es also neuen Auswurf an dieser Stelle. Ich sollte mir nur noch was einfallen lassen, über das es sich lohnt zu schreiben… Ich fang da einfach mal an mit einem der schönsten Ereignisse im letzten halbe Jahr.

Hattet Ihr schon einmal einen Traum, in dem Ihr vor einem großen Tor standet, auf einer Wolke der Zufriedenheit schwebend? Gleißendes Licht schien Euch entgegen. Auf der anderen Seite winkten Oma und Elvis… nun ja, ganz so war es dann auch nicht. Elvis lebt ja immerhin noch und sonnt sich mit Adolf und Tupac irgendwo in Südamerika. Auf jeden Fall ist für mich vergangenen Freitag dieser Traum wahr geworden, als sich mittags um 13 Uhr zum letzten Mal die Tore meiner glorreichen Praxissemesterstelle für mich öffneten und mich in die Freiheit entließen… So ist das also. So muss sich ein Knasti fühlen, nachdem er 20 Jahre lang nur gesiebte Luft geatmet hat, beim Sex immer mit Frauennamen angesprochen wurde, aber endlich wieder auf die Öffentlichkeit losgelassen wird: Frei und ohne Perspektive! ;-) Aber eins muss man meinem Ex-Chef lassen: Er macht sich echt Gedanken, wenn es um Abschiedsgeschenke geht. Immerhin gab’s nen Funkwecker und ein Päckchen “Feel-Good Tea”… Ein Schelm, wer daraus auf meine Pünktlichkeit bzw. die Anzahl der Krankheitstage schließt! Soviel zu diesem Thema. Den Rest des Freitags spare ich hier aus, da das ganze dann in hässlichen Exzessen endete, die nicht mehr mit dem Jugendschutz zu vereinbaren sind.

Und weil der Samstag an sich ja sowieso völlig überschätzt wird kommen wir gleich zum Sonntag. Diesem wurde am vergangenen Wochenende ja eine ganz spezielle Bedeutung beigemessen. Er sollte über die Zukunft unserer großen Nation entscheiden. Nun ja… natürlich nicht er selber, denn der Sonntag ist ja ein Tag und kann dementsprechend nichts entscheiden, aber der Sonntag war eben der Tag, an dem die Bundestagswahl stattfand. Klingt komisch, is’ aber so. Aber wie wir mittlerweile wissen ist ja auch die Bundestagswahl völlig überschätzt, denn entschieden hat sich absolut nichts. Und trotzdem benehmen sich auf einmal alle, als wenn sie die Wahl absolut in der Tasche hätten. Joschka Fischer legt ein Selbstbewusstsein an den Tag wie zu Zeiten, als er noch Staatsbediensteten Steine an die Rübe warf, wobei es ihm völlig Schnuppe ist ob er in der Opposition oder Regierung sein Temperament spielen lassen darf, solange man ihn nur mitspielen lässt. Ähnliches gilt auch für Guido Westerwelle, die alte Giftspritze. Immer wenn dem einer grad zehn Cent in den Schlitz am Rücken schmeißt sagt er: “Ich will keine Ampel. Ich will keine Ampel. …” Vielleicht hätte ihm vorher jemand sagen sollen, dass die Aussichten Kanzler zu werden bei einem Ergebnis von zehn Prozent eher als verschwindend gering zu bezeichnen sind. Ich denke er hat es bis heute nicht kapiert, dass er dafür den Verein wechseln sollte. Aber mal ehrlich: Wer würde für den auch ne Ablöse zahlen… Angela Merkel hingegen tut mir ja schon ein bisschen leid. Die hatte sich ja schon so auf die Wahl gefreut. Das hat man doch schon ihrer überraschenden Wortgewandtheit und ihrem natürlichen Lächeln beim TV-Duell angemerkt. Und jetzt erzählen die gemeinen Jungs von der SPD solange, dass CDU und CSU gar nicht zusammengehören und deshalb die SPD die Wahl gewonnen hat, dass sie erstmal ihren persönlichen Yoda Dr.Helmut K. anruft um das zu klären und ansonsten einfach nur die Klappe hält, wenn Schröder die Elefantenrunde aufmischt. Womit wir auch schon beim letzten Kollegen wären. Mal unter uns: Ich weiß ja nicht, was der Schröder vorher gemacht hat, aber von den Drogen, die er genommen hat will ich auch was haben! Der muss irgendwelche Dinge eingeworfen haben, die die Wahrnehmung der farbigen Balken im TV sehr beeindrächtigt haben. Anders kann ich mir seine Siegesposen mit seinem Homie Franz echt nicht erklären, denn wenn jetzt die Jamaika-Koalition loslegt… ich seh da keinen roten Streifen auf der Flagge, Herr Bundeskanzler.

Schönes Wort übrigens: Jamaika-Koalition. Da kommt doch gleich ein wenig Urlaubs-Flair auf. Der bierernste Beigeschmack, den so eine Wahl mit sich bringt - es geht ja immerhin um was - wird da gleich etwas relativiert. Und auch die Entscheidungsfindung unter dieser Flagge geht doch gleich viel entspannter von Statten. Ich stell mir grad vor, wie Angie, Joschka und Guido bekleidet mit Rastafari-Mützen mit angenähten Dreadlocks zusammen bei Ede sitzen - Was der an Stoff hat… Man sagt seine Jungs konfiszieren sogar Oregano, wenn man den im Nachfüllbeutel kauft - und unseren Bundesgerd auslachen. Der - mittlerweile mit nem Mordskater aufgewacht - denkt sich beim Anblick der Aufzeichnungen vom Vorabend mit Sicherheit auch: Geht gar nicht! Und zu nem bunten alkoholischen Mixgetränk mit rosa Schirmchen und Zigaretten mit Additiven aus biologischem Anbau diskutieren unsere Karibik-Freaks dann über die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit. So muss Politik doch heutzutage aussehen. Ohne Sex, Drogen und Gewalt holt man doch keinen Hund mehr hinterm Ofen vor. Und da keiner von uns sexuelle Handlungen sehen will, an denen Angela Merkel beteiligt ist, und wir die Handgreiflichkeiten im Parlament lieber unseren asiatischen Freunden (…und da zähl ich die Italiener auch dazu!) überlassen, hey… da bleibt nicht mehr viel übrig.

Was lernen wir also daraus? Punkt eins: Wir führen wieder Monarchie oder Wahlweise ‘ne verträumte kleine Diktatur ein, da ersparen wir uns dieses ganze Gedöhns mit der Koalitionsbildung. Zweitens: Wir machen ein Zwei-Parteien-System à la USA. Da sollte man davon ausgehen können, dass eine der beiden Parteien eine regierungsfähige Mehrheit hinkriegt… Außer natürlich Schröders Cousin liefert das System zur Stimmenauszählung in Dresden, was letztendlich im erneuten Angriff auf Polen endet und wir landen wieder bei Punkt eins. Drittens: Wir lernen’s endlich, dass das alles Scheiße ist, was da bei uns passiert und wir setzen unser Kreuzchen nächstes Mal an der richtigen Stelle. Tja… es liegt alles in unserer Hand. Bedenkt das wenn wir in vier bis sechs Wochen wieder zur Urne müssen! In diesem Sinne…

– Euer Joachim


Von Lambada mit Pferden und tanzenden Zwergen…

Sep 2005
06

Guten Morgen zusammen!

Was soll ich sagen?… Es ist 3.30 Uhr, die Ereignisse des Abends haben die Kopfschmerzen, die mich den ganzen Tag plagten als wenn ein Pferd auf meinem Schädel Lambada tanzt, verschwinden lassen und ich bin eigentlich noch gar nicht müde. Mein einziges Problem ist dieser Brechreiz, der sich ankündigt, bei dem Gedanken daran, dass die Nacht um 7 Uhr schon wieder zu Ende ist. Im Hinblick auf ein Praktikumszeugnis, dass nicht nur als Toilettenpapier zu verwerten ist, sollte ich dafür sorgen, dass sie es dann auch wirklich ist. Aber was red ich denn…

Eigentlich beschäftigt mich gerade viel mehr, warum zum Henker keiner in diesem elenden eDonkey-Netz die deutsche Version von “Risky Business” besitzt. Für all diejenigen, denen dieser Titel nichts sagt: Es handelt sich hierbei um einen der besten Tom Cruise-Filme aller Zeiten. Nicht, dass man das nicht über jeden seiner Filme behaupten könnte, aber “Risky Business” reiht sich da schon zu cineastischen Perlen wie “Top Gun” und “Cocktail” ein, die in keiner DVD-Sammlung fehlen dürfen, die etwas auf sich hält. “Risky Business” ist der Film dem die legendärste Tanz-Performance entstammt, die jemals auf Zelluloid gebannt wurde… gut… außer vielleicht dem Tanzduell zwischen Stifler und der Tucke namens Bear zu 80er-Jahre-Hits wie “Maniac” und “Heaven is a place on Earth” in der Schwulendisse in “American Pie 3″. Tom Cruise himself, oder “The Midget” wie er in Insiderkreisen auch gern genannt wird, gleitet zu den ersten Klaviertakten von Bob Segers “Old Time Rock & Roll” über den Parkettboden des elterlichen Wohnzimmers ins Bild. Bekleidet mit einem Outfit, in dem er die Kidman, Cruz und Katie Holmes gleichzeitig klargemacht hätte. In weißem Hemd, Boxershorts und Tennissocken performt er wie der Teufel und lässt Branchengrößen wie John Travolta, Fred Astaire und Dancin’ Homer aussehen wie altersschwache Tanzbären auf Valium. Wem dieser Film immer noch nichts sagt, dem ist einfach nicht zu helfen.

Darum mein Aufruf: Sollte irgendjemand dieses Kleinod der Filmgeschichte sein eigen nennen, dann möge er mir dieses Leihweise zur Verfügung stellen, damit ich es mir ansehen und unkopiert wieder zurückgeben kann - damit wäre dieser Unsitte, die sich Legalität nennt auch genüge getan. Andererseits… Moment… okay… Es ist mittlerweile 4.30 Uhr, ich bekomme langsam einige müde Stellen im Gesicht… und Risky Business habe ich soeben bei Amazon bestellt. Außerdem habe ich gerade den Wecker auf 8 Uhr vorgestellt und werde jetzt ins Bettchen gehen.

In diesem Sinne… Rock on!

– Euer Joachim


Die fabelhafte Welt des Joachim…

Sep 2005
05

Ging Euch das auch schon mal so?… Voller Tatendrang richtet Ihr Euren Blog ein, wollt die Welt wissen lassen, was in Euch vorgeht. Was Euch bewegt, beschäftigt, berührt. Und dann… kreative Blockade!

Mir nicht!

Da ich ja als Eloquenzwunder bekannt bin und einen geradezu unmenschlichen Drang verspüre Euch mit meinem belanglosen Leben zu langweilen leg ich auch gleich mal los. Nicht, dass ich nicht sinnvollere Dinge zu tun hätte, aber irgendwie hab ich ausnahmsweise mal Probleme mich auf die wesentlichen Dinge zu konzentrieren. Ich suhle mich gerade außerdem viel zu gerne in dem Gedanken, dass ich in zwei Wochen endlich wieder ein freier Mann bin.

Endlich wieder Student, so wie es sich für einen Studenten gehört. Keine geregelten Arbeitszeiten. Nicht mehr morgens alle acht Minuten den Wecker ausschalten bis kurz vor Ultimo. Dann aufstehen, auf’s Klo gehen, rasieren, duschen, Hemd und Bügelfaltenhose anziehen, ab zur Arbeit. Frühstück? Keine Zeit. Wär ich mal bloß zehn Minuten früher aufgestanden. Egal. In der Kantine gibt’s ja wieder allerlei Leckeres aus der Fritteuse. Flaues Gefühl im Magen, da mal wieder nur die Hälfte der Arbeit erledigt ist, die eigentlich getan sein sollte. Frust, wenn mal wieder ein ganzes 18.000 Mann starkes Unternehmen gegen Dich arbeitet. Hass, wenn Dein zickiger Chef mal wieder den Tag damit beginnt, Dir unterschwellig reinzudrücken, dass Du halt doch ein bisschen ein Gammler bist. Gut… nicht, dass er nicht recht hätte.

Endlich kehren die Zeiten wieder, in denen man zwei Tage arbeitet und fünf Tage Wochenende hat. In denen man nie weiter denkt, als bis zur Aspirin und dem Burger King-Frühstück am nächsten Abend. Zeiten, in denen man in der Vorlesung glänzt, eher durch Abwesenheit als durch Fleiß und Einsatz. Zeiten, in denen Teamwork wieder groß geschrieben wird: Zwei Leute programmieren, einer raucht und trinkt Kaffee… Wer hat denn schon Zeit für beides?!? Zeiten, in denen sich die Arbeitsleistung auf vier Wochen… okay… zwei Wochen vor den Prüfungen beschränkt. Zeiten, in denen die schwierigste Frage ist, ob man abends Spaß hat oder doch die erste Vorlesung am nächsten Morgen um acht besucht. Zeiten in denen man so ziemlich jeden Abend der Woche absolut sinnlos damit verbringt, sich den kulinarischen Genüssen des örtlichen Sandwich-Schuppens und billigem Rotwein hinzugeben um zu dritt nachts um zwei fünfstimmig “Bohemian Rhapsody” zu performen, dass Mercury’s Freddie vor Neid heterosexuell werden würde. Kurz: Die Zeiten des “savoir vivre”. Ich fordere: “Let the good times roll!”

Ich weiß nicht, ob die Sehnsucht, die ich seit knapp sechs Monaten verspüre deutlich genug aus meinen Worten herauszulesen ist, aber ich nehme an, dass Euch eine gewisse Vorfreude auf das, was da wieder auf mich zukommt nicht verborgen geblieben ist.

Das war es eigentlich schon, was ich Euch an diesem schönen Sonntag mitteilen wollte. In gewohnt knappen Worten, wie Ihr es von mir nicht anders erwartet. In diesem Sinne… Freut Euch des Lebens solange Ihr noch die Chance dazu habt… denn das Ganze ist viel zu schnell zu Ende. Mit folgendem Zitat möchte ich mich von Euch verabschieden: Live fast, die young and save the social security system.

– Euer Joachim


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